Bekannt und eindrücklich ist die Mutterkuhhaltung, bei der das Kalb den grössten Teil seines Lebens mit seiner Mutter verbringen kann. Erst im Jugendalter wird das Kalb von der Mutter getrennt und (oft) geschlachtet. Mutterkühe sind auf Fleischproduktion gezüchtet, sie geben weniger Milch als speziell gezüchtete Milchkühe.

Den grössten Anteil der Kühe in der Schweiz machen dann auch diese rund 600’000 Milchkühe aus, von welchen die Milch für den menschlichen Verzehr gewonnen und zu Trinkmilch, Joghurt, Käse, etc. weiter verarbeitet wird. Viele Menschen glauben, dass eine Kuh „natürlicherweise“ Milch gibt, aber das ist nicht so. Eine Kuh gibt nur für eine gewisse Zeit Milch, nachdem sie ein Kalb geboren hat. Und so muss die Kuh jährlich ein Kalb gebären, damit die Milchproduktion nicht zu lange unterbrochen wird.

Von den rund 600’000 Milchkühen werden demnach jährlich rund 600’000 Kälber geboren. Aus lebensmittelhygienischen Gründen dürfen sie nicht am Euter der Mutter saugen und werden sofort von der Mutter getrennt. Die sofortige Trennung von Kuh und Kalb nach der Geburt bedeutet einen geringeren Trennungsschmerz als zu einem späteren Zeitpunkt.

Rund 200’000 Kälber werden für die Nachzucht benötigt. Sie werden auf dem Geburtsbetrieb oder auf spezialisierten Aufzuchtbetrieben während rund 2 Jahren aufgezogen. Sobald ein solches Rind das erste Mal ein Kalb geboren haben, ist es zur Milchkuh geworden und wird im Durchschnitt 4–5 mal ein Kalb gebären, bevor es geschlachtet wird.

Für die verbleibenden 400’000 Kälber gilt es, sie möglichst sinnvoll zu nutzen. Rund die Hälfte ist männlichen Geschlechts — in anderen Ländern werden sie häufig nach der Geburt getötet, ohne Nahrung ihrem Schicksal überlassen oder in andere Länder exportiert, wie dies in folgendem Film zu sehen ist:

 

Es spricht für die Schweizer Produktion, dass alle Jungtiere im eigenen Land bleiben und wir für sie die Verantwortung übernehmen. 250’000 Kälber werden im Alter von einem halben Jahr geschlachtet und zu Kalbfleisch verarbeitet, die verbleibenden 150’000 Kälber werden rund ein Jahr alt und dann zu Rindfleisch verarbeitet. Die Schlachtung von relativ jungen Tieren erlaubt es uns, trotz schrumpfender Landwirtschaft all unsere Jungtiere aufzuziehen und in der Schweiz zu behalten.

Die Haltungsbedingungen für Mastkälber sprechen zudem für die Schweizer Produktion. Sie werden nicht auf Spaltenböden gehalten werden, sie werden kälbergerecht gefüttert (Milchprodukte ohne Sojaprotein, aber Heu) und die männlichen Tiere werden in der Regel nicht kastriert.

Der Weidegang ist nur für einige weibliche Tiere oder kastrierte männliche Tiere (Ochsen) möglich. Einerseits aus Sicherheitsgründen, andererseits aus Umweltgründen und der geringen Verfügbarkeit von landwirtschaftlichen Nutzflächen.

Wenn Ihnen das Tierwohl am Herzen liegt, achten Sie beim Kauf von Milch- und Fleischprodukten auf die Herkunft aus der Schweiz.